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Briefe und Postkarten in und aus dem sozialistischen Ausland tragen grundsätzlich keine Zensurvermerke. Vereinzelt auftretende Zensurstempel stammen aus den Wojewodschaftszensurämtern. Auf Briefen und Postkarten aus der DDR, CSR und der Sowjetunion sind Paketstempel sowie die Nummernstempel 75, 175, 178, 357, 381, 382, 383, 385, 447, 662 bekannt, also solche, die für Inlandskorrespondenz bestimmt waren.

Beispiele für Post in das sozialistische Ausland ohne für Zensurmassnahmen

Der Normalstand für Post in das sozialistische Ausland war, dass keine Zensur stattfand.
Brief aus Warschau nach Sofia/Bulgarien vom 4.3.1982 ohne Zensurmassnahmen.
Beispiele für Zensurmassnahmen auf Post aus dem sozialistischen Ausland


Brief aus der UDSSR vom 7.11.1981 nach Wałbrzych mit Paketstempel 27 von Wałbrzych und "OCENZUROWANO" Type 1, handschriftlicher Ankunftsvermerk 21.12.1981

Brief aus der UDSSR vom 10.12.1981 nach Sochaczew mit Paketstempel 20 von Skierniewice und "OCENZUROWANO" Type 1

Brief aus der UDSSR vom 16.8.1982 nach Legnica mit Nummernstempel 75 Legnica und "OCENZUROWANO" Type 2

Brief aus der DDR vom 8.3.1982 nach Kraków mit Nummernstempel 357 Kraków und "OCENZUROWANO" Type 1

Beispiele für Zensurmassnahmen auf Post in das sozialistische Ausland


R-Brief aus Sopot in die DDR vom 14.9.1982. Normalerweise hätte der Brief keinen Zensurstempel bekommen - da er aber als Fehlläufer in die BRD lief, bekam er einen Zensurstempel.

Durchgangsstempel von Frankfurt/Main vor der Weiterleitung in die DDR

Insbesondere bei den frühen Belegen kann man vermuten, dass es sich um eine falsche Auslegung der Zensurvorschriften în den lokalen Zensurstellen handelte. Später wurde möglicherweise zufällig zensiert. Hinweise auf nicht bekannte Sonderregelungen gibt es nicht. Fest steht allerdings, dass auf keiner Sendung aus den sozialistischen Ländern Zensurstempel angetroffen wurden, die für Sendungen aus dem westlichen Ausland bestimmt waren. Daraus ergibt sich, dass es keine besonderen Zensurstellen für diese Post gab.

Sowohl die Paket- wie auch Nummernstempel sind sehr oft wegen zu starkem oder auch zu leichtem Farbauftrag, auch wegen Abnutzung, Qualität der Briefumschläge unleserlich geworden. Um ein Aufarbeiten von Rückständen aus der ersten Zeit der Zensur und eine Beschleunigung der Zustellung der Post zu erwirken, wurde die Post vor der Übergabe zur Zensur und auch nach der Zensur wahrscheinlich nicht mehr postalisch bearbeitet. Insbesondere im Inlandsverkehr verursachte das ein fast massenhaftes Auftreten von Belegen ohne Poststempel. Auch findet man Briefe, bei welchen die Marken abgefallen sind und die trotzdem, ohne Einzug eines Strafportos. anstandslos befördert und zugestellt wurden.

Es ist auch festzustellen, dass schon ab ca. Ende März Post aus der DDR und UdSSR wieder durch die zeitweise gesperrten Umschlagspostämter in Wroclaw und Bialystok ging, ohne dass auf den vorgelegten Sendungen die Zensurstempel dieser Wojewodschaften anzutreffen wären.

Letztlich ist noch zu vermerken, dass die schon mehrmals betonte stichprobenartige Zensur zur Folge hatte, dass es im gesamten Briefverkehr also sowohl innerhalb des Landes wie auch bei Auslandskorrespondenz in beiden Richtungen natürlich Briefe und Karten ohne Zensurvermerke gibt. Dies auch dann, wenn die Post am Stichtag der Einführung der Zensur abgesandt wurde bzw. in Polen ankam. Dafür liegen zahlreiche Beweisstücke vor. Im Laufe der Zeit findet man die Zensurmerkmale immer seltener vor.

Das bedeutet jedoch nicht die Zensur schon Tage vor dem 31.12.1982 stillschweigend aufgegeben worden wäre. Es sind Belege mit folgenden Nummern bekannt, die am 29. 12. 1982 abgesandt wurden.

  • 354 aus Polczyn Zdrój nach Stargard Szcz,
  • 453 aus Sypniewo (Woj. Ostroleka) nach Siedlce, 3
  • 566 aus Szczecin (Stettin) nach Ostrów Wlk.

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